Eine Gruppe entwickelt sich

Gemeinschaftliches Wohnen –  WohnWIZ e.V.

Entstehung der Gruppe 

Innerhalb des Vereins Bau- und Wohnkultur e.V. in Witzenhausen ist 2015 eine Gruppe entstanden, die die Idee des gemeinschaftlichen Wohnens auch in Witzenhausen verwirklichen möchte. Nach anfänglicher Fluktuation sind es bis jetzt 10  Menschen, die sich einmal monatlich – meist in den Räumen der Bau- und Wohnkultur – treffen und gemeinsam planen. Seit Anfang 2018 sind wir als „Gemeinschaftliches wohnen – WohnWIZ e.V.“ ins Vereinsregister eingetragen. WohnWIZ e.V. sucht ein Gebäude in der Innenstadt von Witzenhausen, das weitestgehend barrierefrei aus- und umgebaut werden kann und  möglichst einen  Garten und/oder Innenhof besitzt. Räume für gemeinschaftliche und/oder öffentliche Nutzung (Tagestreff, Repaircafe, kleine Manufaktur, Ausstellungsraum ……) sind je nach Platz und Gegebenheit erwünscht. 

Ein geeignetes Objekt sollte zu mindestens 500 m² Wohn- und Nutzfläche ausgebaut werden können. Bei größeren Angeboten könnte die Gruppe durchaus noch wachsen. Anfragen gibt es bereits. Inzwischen wurden mehrere in Frage kommende Gebäude in Witzenhausen besichtigt und mit einem Bausachverständigen begutachtet. Bisher war jedoch kein geeignetes Objekt dabei, das bei allen Anklang gefunden hätte. 

Update 2021

Aktuell haben wir ein Objekt in Aussicht, es gibt aber noch einige Bedingungen zu klären.

Konzeption

Obwohl die Altersstruktur der jetzigen Gruppe 50+ ist, wird nicht die Form „Gemeinschaftliches Wohnen im Alter“ angestrebt. Die Gruppe ist auch für junge Menschen, Familien offen. Zur Zeit läuft die Planung aber entsprechend der jetzigen Mitglieder in Richtung Wohnen in der Innenstadt von Witzenhausen.

WohnWIZ e.V. möchte für Witzenhausen ein Wohnprojekt entwickeln, in dem Menschen in einer verlässlichen solidarischen Gemeinschaft selbstbestimmt, ökologisch nachhaltig zur  Miete wohnen können. (Dazu mehr unter Finanzen)

Die Mitglieder der Gruppe informierten sich über bereits bestehende  Projekte, organisierten den Vortrag „Wohnen nach anderen Werten organisieren“ (Mietshäuser-Syndikat) und zeigten Filme über gemeinsames Bauen und Wohnen . 

Bei den monatlichen Treffen erstellten wir einen Katalog der Vorstellungen und Möglichkeiten gemeinschaftlichen Wohnens, an dem auch immer weiter gearbeitet wird. Sowohl beim Aus- und Umbau des Gebäudes als auch bei der späteren Wohnnutzung soll Wert auf nachhaltige und ökologische Standards gelegt werden. 

Finanzierung

Die Nachfrage nach Häusern und bezahlbarem, gut ausgebautem Mietwohnraum in der Innenstadt steigt. Auch wenn in Witzenhausen (noch) nicht die starke negative Entwicklung wie in den  Großstädten stattgefunden hat, wollen wir als Gruppe einen Beitrag dazu leisten,  dass  innerstädtisch bezahlbarer Mietwohnraum bleibt. Dem bundesweiten Trend  zu Geldanlagen in Immobilien, Luxussanierung mit Mieterhöhungen, Umwandlung ehemaliger genossenschaftlicher Sozialwohnungen in Eigentumswohnungen wird sich auch Witzenhausen stellen müssen. Um so mehr, wenn in den umliegenden großen Städten  die Immobilien- und Mietpreise steigen.

Deshalb hatte WohnWIZ e.V. bisher auf jeden Fall ein Genossenschaftsmodell im Blick und sich dann für das Modell des Mietshäuser Syndikats* oder alternativ der „Trias Stiftung“ entschieden.

Variante Mietshäusersyndikat:

Zum Erwerb des Hauses wird eine „Haus GmbH“ gegründet, die Eigentümer des Hauses ist. Gesellschafter der GmbH sind zum einen der Hausverein und zum anderen das Mietshäusersyndikat.

Der Hausverein (WohnWIZ e.V.) setzt sich aus den Mietern des Hauses zusammen und ist für Finanzierung und Erhalt, Vermietung und Verwaltung eigenständig verantwortlich. Damit obliegt es den gemeinschaftlich wohnenden Mietern sich um das Haus zu kümmern.

Das Mietshäusersyndikat als zweiter Gesellschafter stellt sicher, das die Immobilie nicht wieder veräußert werden kann und damit spekulativen Zwecken dient.

Es sorgt für den Sozialverbund zwischen den einzelnen Projekten und leistet eine fundierte  Finanzberatung durch eine/n qualifizierte/n  Berater/in.
In Deutschland hat das Mietshäusersyndikat derzeit über 150 Projekte verwirklicht. Weitere Informationen dazu unter: https://www.syndikat.org Der Verein ist seit 2018 Mitglied beim Mietshäusersyndikat.

Die Finanzierung erfolgt durch Privatdarlehen mit individuellen Darlehensverträgen (Direktkrediten) und Bankdarlehen (v.a. GLS-Bank, Umweltbank). Die DarlehensgeberInnen erwerben kein Eigentum oder Mitbestimmungsrecht am Haus. Bankdarlehen werden über einen Grundbucheintrag abgesichert.

Die MieterInnen sind auf jeden Fall immer Mitglieder im Hausverein, können, müssen aber nicht zwangsläufig auch DarlehensgeberInnen sein. Die Finanzierung wird so gestaltet, dass die Mieten eines Mietshäuser-Syndikatsprojektes immer im Bereich der ortsüblichen Mieten (dabei eher im unteren Bereich) liegen. Sie dienen lediglich  dem  Abtrag der Darlehen und der Erhaltung des Gebäudes. Eine Rendite wird nicht erwirtschaftet. 

Variante Trias Stiftung

In diesem Fall kauft die Trias-Stiftung das Grundstück (ohne die Bebauung).

Der Hausverein kauft die Gebäude und pachtet das Grundstück in Erbpacht von der Trias-Stiftung. Im Pachtvertrag ist eine Reprivatisierung ausgeschlossen und damit wird auch hier keine Spekulation mehr möglich.

Die Finanzierung und Verwaltung ist analog der vorstehenden Variante.

Weitere Informationen dazu unter: https://www.stiftung-trias.de